Test Mass Effect 2

Mit „Mass Effect 2“ wollten die Produzenten von Bioware beweisen, dass sie sich die Kritik am Vorgänger zu Herzen genommen haben und versprachen, jedes eingegangene feedback in irgendeiner Form berücksichtigt zu haben. Eine solche Vorgehensweise ist bei Fortsetzungen von Game Blockbustern natürlich nicht ungewöhnlich, weshalb mit Versprechungen dieser Art in den Wochen vor dem Release zu rechnen war.
Bioware ist mit „Mass Effect 2“ offensichtlich bereit ein unkalkulierbares Risiko einzugehen: „Dragon Age: Origins“ wurde von Kritikern als geistlicher Ziehsohn ihres Klassikers „Baldur´s Gate II“ gefeiert, wobei dem Spiel altbekannte Mechaniken zugrunde lagen, die man sich offensichtlich nicht anzutasten getraut hatte. Bei „Mass Effect 2“ ist man glücklicherweise mutiger gewesen. Während das Spiel durch eine Dramaturgie glänzt, wie man sie von Bioware inzwischen gewohnt ist, hat man sich erfreulicherweise auf der technischen Seite für die Streichung all jener Spielelemente entschieden, die den Spielspass beim Vorgänger zu dämpfen angetan waren. Durch diesen mutigen Schritt hat Bioware nicht nur einen würdigen Nachfolger, sondern auch ein Spiel geschaffen, an dem sich andere Vertreter dieses Genres werden messen lassen müssen.

Die wohl am häufigesten diskutierte Funktion in „Mass Effect 2“ dürfte die Charakter Import Funktion sein, durch welche man „seinen Shepard“, den Hauptcharakter aus dem ersten Teil, in den Nachfolger versetzen darf. Das ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs, denn durch den Import klingen alle Entscheidungen, die man im ersten Teil getroffen hat (wenn man ihn denn gespielt hat), auch im Nachfolger in ungewohnter Konsequenz nach. Im Hinblick auf diese Funktion hier konkreter zu werden, würde die eine oder andere Überraschung verderben, daher soll an dieser Stelle der Hinweis reichen, dass man mit seinen vergangenen Entscheidungen regelmäßig konfrontiert werden wird. Es versteht sich von selbst, dass diese Funktion maßgeblich zu der fesselnden Atmosphäre beiträgt, die Bioware hier aufbaut.
Zu sehen, wie schwerwiegend und folgenreich einige Entscheidungen aus Teil 1 waren, lässt den Spieler natürlich darüber nachgrübeln welche Konsequenz sein Handeln wohl im bereits angekündigten dritten Teil haben wird, während er sich durch „Mass Effect 2“ schlägt. Dies ist eine der größten Stärken des Gameplays – das eigene Handeln hat unumkehrbare und teils drastische Konsequenzen.

„Mass Effect 2“ wartet mit einer Vielzahl grundverschiedener Charaktere auf, Shepard trifft auf Wissenschaftler, Soldaten, Söldner und Kriminelle. Keiner dieser Charaktere ist dabei in irgendeiner Hinsicht vorhersehbar oder langweilig. Im Gegenteil, dem Grundthema des ersten Teils folgend, wonach es keine einfachen oder perfekten Lösungen für bestimmte Probleme gibt, entwickeln sich die eigenen Teammitglieder weiter, ändern ihre Ansichten, werden komplexer. Ergänzt wird dieses interessante feature durch die sehr detaillierte Hintergrundgeschichte, die jedes Teammitglied hat und die sein Handeln maßgeblich beeinflusst.

Sehr begrüßenswert ist auch, dass Bioware den Kampfmodus überarbeitet hat, welcher nun sehr stark einem Ego-Shooter nachempfunden ist, wobei der Schwerpunkt aber auf cleverer Gegner Platzierung und Level Design liegt und nicht auf größeren Gegner Zahlen, wie man hätte befürchten können. Der taktische Fokus der Gefechte bereitet besonders dann Vergnügen, wenn man biotische und technische Fähigkeiten des Teams mit den verschiedenen, erhältlichen Waffentypen paart. Der Experimentierfreude sind hier keine Grenzen gesetzt.

„Mass Effect 2“ beschert dem Spieler eine einzigartige und fast perfekte Science-Fiction Spielerfahrung. Vom verbesserten Gameplay über das Screenwriting bis hin zur optisch hochwertigen Präsentation – „Mass Effect 2“ Spiel wird jedem Anspruch gerecht und setzt die Meßlatte für Spiele dieser Art noch ein wenig höher.

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